11. Festsetzung eines Justice Fleet Schiffes durch italienische Behörden
Berlin, 25. September: Nach der Rettung von 20 Personen in internationalen Gewässern setzen die italienischen Behörden das Seenotrettungsschiff Sea Punk I für 15 Tage fest. Zusätzlich wurde eine Geldstrafe in Höhe von 7.500 Euro verhängt. Die Sea Punk I ist Bündnisparter der Justice Fleet, die größte Allianz ziviler Seenotrettungsorganisationen und zivilgesellschaftlichen Unterstützern. Insgesamt blockierten die italienischen Behörden die Schiffe der Justice Fleet somit für mehr als 310 Tage seit ihrer Gründung im November 2025.
Die Festsetzung der Sea Punk I erfolgt nach der erfolgreich durchgeführten Rettung am Donnerstag, 10. September 2026. Die Crew der Sea Punk I rettete 20 Menschen in Seenot in der Nähe der Ölplattform Bouri in internationalen Gewässern. Obwohl der Einsatz in enger Abstimmung mit den zuständigen italienischen Behörden erfolgte und gemäß der geltenden Konventionen und internationalen Vorschriften durchgeführt wurde, setzt der italienische Staat die Sea Punk I auf Basis des sogenannten Piantedosi-Dekrets fest. Die Behörden werfen dem Kapitän vor, die Anweisungen der sogenannten libyschen Küstenwache nicht befolgt zu haben.
Seit 2016 wurden von zivilen Seenotrettungsorganisationen fast 80 extreme Gewalttaten durch libysche Milizen dokumentiert. Der Großteil begangen von der sogenannten libyschen Küstenwache. Allein im letzten Jahr wurden zudem mehr als 27.000 Flüchtende durch die sogenannte libysche Küstenwache völkerrechtswidrig nach Libyen verschleppt. Aktuell sehen sich Flüchtende in Libyen verstärkt mit Gewaltexzessen und Morddrohungen konfrontiert.
Bereits 11. Festsetzung eines Bündnis Schiffes der Justice Fleet
Es ist bereits die elfte Festsetzung eines Schiffes der Justice Fleet, dem größten Bündnis ziviler Such- und Rettungsorganisationen.
“Während sich aktuell in Libyen Gewaltexzesse gegen flüchtende Menschen abspielen, wollen uns die italienischen Behörden zwingen mit der sogenannten libyschen Küstenwache zu arbeiten. Nicht mit uns! Wir fordern das sofortige Ende der europäischen Kooperation mit der sogenannten libyschen Küstenwache”, kommentiert Justice Fleet Sprecherin Giulia Messmer.
Im November 2025 gründeten 13 Such- und Rettungsorganisationen das Bündnis Justice Fleet, unterstützt von einem breiten zivilgesellschaftlichen Netzwerk. Ihr Ziel ist es, das Völkerrecht zu schützen, indem sie gegen die rechtswidrigen Festsetzungen von Rettungsschiffen in Italien und die Auslagerung von Migrationsabwehr an illegitime und gewalttätige Akteure in Libyen vorgehen. In den letzten 10 Jahren wurden fast 80 extreme Gewalttaten durch libysche Milizen, die Mehrheit davon durch die sogenannte libysche Küstenwache, auf dem Mittelmeer dokumentiert.
Wasil Schauseil
Pressesprecher Justice Fleet
+49 30 120821923
info@justice-fleet.org
Mehr Informationen zur Justice Fleet finden Sie hier.