398 Menschen auf der Humanity 1 geht das Wasser aus

Notevakuierung Baby

Berlin, 19.09.2022

Das Rettungsschiff Humanity 1 wartet weiterhin mit 398 aus Seenot im Mittelmeer Geretteten auf die Zuweisung eines sicheren Hafens. Bis Mitte der Woche geht das Trinkwasser aus, auch die Vorräte an angemessener Nahrung sind bis dahin erschöpft. Die 55 Kinder und 110 unbegleiteten Minderjährigen Jugendlichen leiden besonders unter den Bedingungen. Infektionskrankheiten breiten sich weiter aus.

„Das Gesetz besagt, dass für jedes Kind, das Schutz sucht, gesorgt werden muss“, betont Pietro, Schutzbeauftragter von SOS Humanity auf dem Schiff. „Diese unbegleiteten Minderjährigen sind einem höheren Risiko ausgesetzt und benötigen daher mehr Betreuung und Schutz als Erwachsene.“ Viele der Kinder an Bord leiden inzwischen unter Fieber, Durchfall und Erschöpfung.

Die Crew der Humanity 1, die wegen starken Windes und hoher Wellen Schutz mit dem Schiff vor Sizilien suchen musste, hat bereits achtzehnmal bei den Behörden nach einem Hafen für die Geretteten angefragt, bisher ohne Erfolg. Die psychische Belastung an Bord wächst. Am Sonntag sprang eine Person aus Verzweiflung von Bord, als die Familien von drei Säuglingen von italienischen Behörden medizinisch notevakuiert wurden.

„Auch die Crew ist am Ende ihrer Kräfte“, berichtet der Leiter der Schiffsbetriebs von SOS Humanity, Till Rummenhohl. „Ein Rettungsschiff kann nur Nothilfe leisten und ist nicht darauf ausgelegt, rund 400 Menschen über längere Zeit angemessen zu versorgen. Nun geht nicht nur das ohnehin seit Tagen rationierte Frischwasser aus, die grassierenden Infektionskrankheiten greifen jetzt auch auf die Crew über. Es ist unverantwortlich, dass wir nicht sofort einen Hafen bekommen.“ Die erste Rettung der Humanity 1 ist fast zwei Wochen her, die letzte sechs Tage.

Aktuell sind noch 398 Menschen an Bord des Rettungsschiffes, nachdem am Wochenende 16 Menschen von den italienischen Behörden aus gesundheitlichen Gründen evakuiert worden sind. Davon sind 178 Jugendliche unter 18 Jahre, hiervon sind 110 ohne Begleitung auf der Flucht. Von den Minderjährigen sind 55 Kinder unter 13 Jahren, darunter ein elf Monate altes Baby.

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