10. Festsetzung eines Schiffes des Justice Fleet Bündnis in Italien

Berlin, 9. September 2026. Am Montag verhängten die italienischen Behörden gegen das Segelschiff Humanity 2 eine 15-tägige Festsetzung sowie eine Geldstrafe in Höhe von 4.000 Euro. Dies ist die zehnte Festsetzung eines Schiffes der Justice Fleet, dem größten Bündnis ziviler Such- und Rettungsorganisationen, das im November 2025 gegründet wurde. Die Verhängung von insgesamt 1.200 Tagen unrechtmäßiger Festsetzung gegen zivile Seenotrettungsschiffe seit 2023 sei ein politisch motivierter Schritt der italienischen Behörden, der gegen das Völkerrecht verstoße und den tödlichen Mangel an Rettungskapazitäten im Mittelmeer weiter verschärfe, kritisiert die Justice Fleet.

Nachdem das neue Segelschiff von SOS Humanity während seines ersten Einsatzes zwischen dem 28. und 29. August 71 Menschen aus Seenot gerettet hatte, wurde es nach der Ausschiffung am 30. August von den italienischen Behörden mit einer vorläufigen Festsetzung daran gehindert, den zugewiesenen Hafen in Lampedusa zu verlassen.

Die italienischen Behörden behaupten, die Besatzung habe es versäumt, eine Rettung unverzüglich der zuständigen Seenotrettungsleitstelle zu melden – eine Behauptung, die von SOS Humanity zurückgewiesen wird. Die Organisation versichert, der Kapitän habe die Behörden ordnungsgemäß und transparent über die Einsätze informiert.

Dennoch bestätigten die italienischen Behörden am 7. September die Festsetzung des Schiffes für 15 Tage. SOS Humanity geht rechtlich gegen diese Maßnahme vor, die sie als absichtliche und unbegründete Behinderung ihrer Such- und Rettungsmaßnahmen ansieht.

„Die Festsetzung unseres neuen Schiffes ist Teil der aggressiven Strategie, die zivilgesellschaftlichen Bemühungen zu bestrafen, welche sich für eine Ende des Sterbenlassens auf dem Mittelmeer einsetzen”, betont Wasil Schauseil, Sprecher der Justice Fleet. „Während Such- und Rettungsorganisationen die tödlichen Folgen der europäischen Abschottungspolitik bezeugen und öffentlich anprangern, eskalieren die italienischen Behörden ihre unrechtmäßige Strategie der Behinderung. Unsere Besatzungen handeln in voller Übereinstimmung mit dem internationalen Seerecht, doch die italienischen Behörden verstoßen routinemäßig dagegen. Wir werden vor Gericht gegen die Festsetzung vorgehen.“

Im November 2025 gründeten 13 Such- und Rettungsorganisationen das Bündnis Justice Fleet, unterstützt von einem breiten zivilgesellschaftlichen Netzwerk. Ihr Ziel ist es, das Völkerrecht zu schützen, indem sie gegen die rechtswidrigen Festsetzungen von Rettungsschiffen in Italien und die Auslagerung von Migrationskontrolle an illegitime und gewalttätige Akteure in Libyen vorgehen.