Tatort Mittelmeer – Szenische Lesung am Münchner Volkstheater

Am 18. Oktober 2026 lenken bekannte Schauspielende aus der TV-Krimiserie „Tatort“ die Aufmerksamkeit auf einen realen, aber vergessenen Tatort: das Mittelmeer.

Die Prominenten verleihen bei der Lesung in München jenen eine Stimme, die sonst kaum zu Wort kommen – aus Seenot gerettete Menschen und Crewmitglieder des Rettungsschiffs Humanity 1. Gelesen werden authentische Berichte und persönliche Erlebnisse, welche die Seenotrettungsorganisation SOS Humanity in den vergangenen Jahren im Einsatz für ertrinkende Menschen auf der Flucht dokumentiert hat.

Diese Veranstaltung rückt die anhaltende humanitäre Notlage und die im Namen Europas ausgeübten Menschenrechtsverletzungen für einen Abend ins Rampenlicht – sowie das zentrale Mittelmeer als einem Ort, der längst nicht mehr nur Fluchtroute, sondern auch Massengrab und Tatort zugleich geworden ist.

Wann: Sonntag, 18. Oktober 2026, 20:00 Uhr
Wo: Münchner Volkstheater, Tumblingerstraße 29, 80337 Munich
Was: Szenische Lesung in einer Kooperation von SOS Humanity & Münchner Volkstheater
Wer: Mechthild Großmann, Nina Kunzendorf, Carlo Ljubek, Carol Schuler, Daniel Sträßer – Musik: Aeham Ahmad

Das Mittelmeer als Tatort unmenschlicher Abschottungspolitik

„Für mich bedeutet Menschlichkeit, nicht wegzusehen. Hinter jeder Flucht steht ein Mensch mit einer eigenen Geschichte – mit einem Zuhause, einer Familie und einem Leben, das er zurücklassen musste“, sagt der Schauspieler Carlo Ljubek, der seit Kurzem den Kommissar im Münchner TV-„Tatort“ spielt. „Ich wünsche mir, dass Menschen in Not nicht allein gelassen werden, sondern Schutz, Würde und Solidarität erfahren. Deshalb unterstütze ich SOS Humanity.“
Das zentrale Mittelmeer ist eine der tödlichsten Fluchtrouten der Welt. Jedes Jahr sterben Tausende Menschen bei dem Versuch, über Europas maritime Außengrenze in Sicherheit zu gelangen. Die Europäische Union und ihre Mitgliedstaaten entziehen sich ihrer Verantwortung zur Rettung. Statt Schutz zu bieten, lässt Europa die Schutzsuchenden wissentlich im Stich. Während die politisch motivierte Behinderung der Rettungsschiffe zunimmt, steigt die Todesrate auf dem Mittelmeer wie auch die Gewalt gegen flüchtende Menschen auf See an. Von der EU finanzierte Milizen der sogenannten libyschen Küstenwache schießen inzwischen nicht nur auf die Flüchtenden, sondern auch auf Rettungsschiffe. Seit 2014 sind über 26.000 Menschen im zentralen Mittelmeer ertrunken, zwischen Libyen und Tunesien auf der einen und Malta und Italien auf der anderen Seite der Fluchtroute.

Augenzeugen zu Wort kommen lassen

Es lesen neben dem neuen Münchner „Tatort“-Kommissar Carlo Ljubek die bekannten Schauspielenden Mechthild Großmann, Nina Kunzendorf, Carol Schuler und Daniel Sträßer von SOS Humanity aufgezeichnete Erfahrungsberichte von aus Seenot Geretteten sowie von Besatzungsmitgliedern des Rettungsschiffs Humanity 1.
Musikalisch begleitet wird die szenische Lesung von dem palästinensisch-syrischen Pianisten Aeham Ahmad, Preisträger des „Internationalen Beethovenpreises für Menschenrechte“.
Bei der Benefizveranstaltung in München – alle Schauspielenden engagieren sich ehrenamtlich – handelt es sich um eine Veranstaltung der zivilen Seenotrettungsorganisation SOS Humanity in Zusammenarbeit mit dem Münchner Volkstheater. Mit den Zeugnissen aus erster Hand wollen sie gemeinsam über die seit Jahren andauernde humanitäre Katastrophe auf dem Mittelmeer und in Libyen informieren. Zudem werden Spenden für die lebensrettenden Einsätze des Rettungsschiffs Humanity 1, für das die Stadt München 2022 eine Patenschaft übernommen hat, und des neuen Segelschiffs Humanity 2 gesammelt. Der Hauptteil der Ticketeinnahmen kommen SOS Humanity zugute.

Hinweis:
Unter den vorgetragenen Augenzeugenberichten stammt einer von dem Münchner Arzt Jörg Schmid. Er war ehrenamtlich als Teil des medizinischen Teams an Bord mehrmals mit im Rettungseinsatz. Er steht vor Ort für Interviews zur Verfügung.
Link zur Homepage: Tatort Mittelmeer | Münchner Volkstheater
Link zum Presseordner mit Fotos und Grafiken